Coco kam Novem­ber 2017 in die deut­schen Kinos, am 29. März 2018 auf DVD/­B­lu-Ray und ver­zau­bert Gro­ße als auch Klei­ne mit der mexi­ka­ni­schen Kul­tur. In Mexi­ko wird der Dias de los Muer­tos gefei­ert. Was bei uns am 1. Novem­ber in eini­gen Bun­des­län­dern als Aller­hei­li­gen-Tag gefei­ert wird, ist bei den Mexi­ka­nern der Abend vom 02. Novem­ber, sprich Tag der Toten.

Die Welt der Toten

Die Philosophie im Film

Phi­lo­so­phisch betrach­tet behan­delt der Film den Tod. Das ist in mei­nen Augen sogar ein wich­ti­ger Schritt, denn nur wer an sei­ne liebs­ten Ver­stor­be­nen denkt, wird auch nicht ver­ges­sen bzw. lebt wei­ter. Ich per­sön­lich glau­be ja auch dar­an, dass sie nicht weg sind und uns immer neue Zei­chen im Leben geben um wei­ter­zu­kom­men. Die Lie­be zu einem Men­schen stirbt auch nicht und geht bekannt­lich über den Tod hin­aus. Auch wenn die katho­li­sche Kir­che meint, dass eine Ehe durch den Tod getrennt wird. Was abso­lut nicht mehr dem Welt­bild ent­spricht, denn es zählt kei­ne Ehe, son­dern eine Lie­be zwi­schen zwei Men­schen.


Die Sicht des Pädagogen

Päd­ago­gisch betrach­tet muss man objek­tiv an die Sache ran­ge­hen. Den Tod ver­ste­hen tun bis heu­te eini­ge Erwach­se­ne nicht und ist ein sehr heik­les The­ma. Disney/​Pixar hat es sich wohl zur Auf­ga­be gemacht, dass hier der Tod als etwas Selbst­ver­ständ­li­ches gehand­habt wird. Es wird zwar kei­ne Wer­bung dafür gemacht zu ster­ben, den­noch ist der Tod auch etwas Schö­nes, wie man im Film unschwer erken­nen kann.  Sobald ein Mensch im Film stirbt, kommt er in das Reich der Toten, wo Blu­men und Lich­ter in allen Far­ben zu sehen ist. Auch Ale­bri­jes, sprich far­bi­ge Tie­re sind vor­han­den. Sie ent­sprin­gen ja eher der Fan­ta­sie, was aber hier abso­lut nicht ver­werf­lich ist, denn das Reich der Toten hat bis jetzt noch kei­ner gese­hen. Ob ein Kind den Tod so ver­steht wie ein Erwach­se­ner ist tat­säch­lich vom Zustand des Kin­des abhän­gig zu machen. Ich wür­de nie einem Kind einen Film vor­set­zen, das schnell Angst vor Etwas hat. Hypo­chon­drie (Ein­bil­dung von Krank­hei­ten) muss nicht zwin­gend geför­dert wer­den. Wenn Du aber als Mama, Papa o.Ä. mit Dei­nem Kind dar­über sprichst und Du das noch ein­mal ver­ar­bei­test, wird das Kind sicher kein Pro­blem damit haben. Es ist auch wich­tig gele­gent­lich das Kind zu fra­gen, wie fühlst Du Dich ? Hast Du Angst oder fin­dest Du das schön ? Wenn Dein Kind auch nicht auf das The­ma anspringt, ist es auch gut manch­mal ruhig zu blei­ben. Wie gesagt, wäge es ab, denn nur Du kennst Dein Kind am aller­bes­ten. Dies waren nur klei­ne Tipps und Rat­schlä­ge.  Fun­fact : Wuss­test Du, dass Pin­ja­tas aus Ale­bri­jes bestehen ?  


Worum geht es ?

+++++ Ich möchte hier erwähnen, dass ab hier gespoilert wird. +++++

Miguel — ein Jun­ge der die Musik liebt

Miguel ein Jun­ge aus San­ta Ceci­lia darf kei­ne Musik hören oder spie­len. Ihre Abue­lita (Oma) ver­bie­tet es ihm aus­drück­lich. Dies kommt davon, dass die Mama von sei­ner Urgroß­oma namens Coco von einem Musi­ker ver­las­sen wur­de und sie ganz allein mit Kind war. Durch das Pro­du­zie­ren von Schu­hen, wuchs die Fami­lie und das Geschäft. So wur­de aus dem Schuh­be­trieb ein Fami­li­en­be­trieb. Die Schuh­mar­ke Rive­ra war in San­ta Ceci­lia gut ange­kom­men. Doch Miguel, hat wie auch bei Ari­el­le oder bei Rapun­zel einen Traum : Die Musik. Die Musik hat er also heim­lich in sei­nem Ver­steck gemacht.

Ernes­to de la Cruz — der Teu­fel im Schafs­pelz

Am Dias de los Muer­tos war dann ein Talent­wett­be­werb auf der Mariachi-Pla­za (Musi­ker-Pla­za) orga­ni­siert an dem Miguel erwischt wor­den ist. Lan­ge Rede kur­zer Sinn : Ein Miss­ver­ständ­nis als auch ein Rie­sen­streit ent­stand und sei­ne gebau­te Gitar­re wur­de zer­stört von sei­ner Abue­lita. Er läuft weg und möch­te doch dort teil­neh­men. In San­ta Ceci­lia gab es noch eine gro­ße Berühmt­heit, Ernes­to de la Cruz ! Ein berühm­ter Sän­ger mit dem Slo­gan „Nut­ze dei­nen Augen­blick.“ gesagt getan ! 

Miguel steigt in sein Mau­so­le­um und stiehlt die Gitar­re von ihm. Doch wer am Tag der Toten stiehlt lan­det auch ins Toten­reich. Miguel traf dann auch sei­ne Ur-Uroma Imel­da, sprich Cocos Mama. Die gab ihm sei­nen Segen mit der Bedin­gung kei­ne Musik mehr zu spie­len, was Miguel jedoch nicht akzep­tier­te und auch dort weg­rann­te. Doch wenn er den Segen nicht annimmt ist er nach Son­nen­auf­gang eben­falls tot. Er trifft auch dort ande­re Gestal­ten, wie Hek­tor, der nicht am Tag der Toten zurück in die Welt der Leben­den kann, weil sein Foto auf kei­ner Ofren­da (Fami­li­en­al­tar) steht. Denn nur am Tag der Toten kön­nen die Toten in die nor­ma­le Welt um ihre Fami­lie zu besu­chen. So hat Hek­tor ihm vor­ge­schla­gen ihn zu Ernes­to zu brin­gen, den er kennt. 

Miguel und Hek­tor ver­han­deln einen Pakt

Ein lus­ti­ges Aben­teu­er als auch viel Herz­schmerz wird dich begeg­nen. Ab hier höre ich auf zu spoi­lern, denn wor­um es geht wis­sen wir und das Ende möch­te ich Dir nicht ver­ra­ten. Dazu müss­test Du den Film sel­ber kau­fen oder (legal auf Amazon/​Apple etc.) strea­men.


Mein persönliches Empfinden

Der Film ist lie­be­voll und detail­reich gestal­tet und geht sehr ans Herz, da ich vor 10 Jah­ren mei­ne Schwes­ter (4 Jah­re) in mei­nen Armen ver­lo­ren habe und der Film auch ver­mit­telt, dass ich mich an sie erin­nern soll. Nicht nur der Tod wird hier behan­delt, nein auch der Umgang mit dem Ver­lust eines wun­der­vol­len Men­schen den man sehr geliebt hat. Des­halb passt der deut­sche Titel „leben­di­ger als das Leben“ tat­säch­lich ganz gut. Ich habe mir die eng­li­sche, die deut­sche und die spa­ni­sche Ver­si­on ange­schaut, ver­gli­chen und emp­fand tat­säch­lich zum ers­ten Mal die deut­schen Syn­chron­stim­men, Über­set­zun­gen als auch Dia­lek­te sehr gut gelun­gen und hier ganz nah am Eng­li­schen. Sehr gefreut hat es mich, als ich gese­hen habe, wer Miguel syn­chro­ni­siert hat. Sal­va­to­re Sci­ré, ein klei­ner Jun­ge der beim Super­ta­lent mit einem Song von Ade­le echt abge­räumt hat.

Fazit

Miguel, Hek­tor und Imel­da habe ich stark in mein Herz geschlos­sen. Mein abso­lu­ter Favo­rit ist Dan­te, ein obdach­lo­ser Hund der ein ein­fach tol­ler und süßer Kerl ist. Ich nen­ne ihn die Wurst. Hier beweist auch Dis­ney wie­der die Macht der Magie und Lie­be, ein Film der wirk­lich m.E. zu schau­en ist und ein Must­have in Dei­ner Samm­lung sein soll­te. Mein ers­ter Ein­druck war ein schlech­ter, da habe ich aber dem Film unrecht getan, denn jetzt habe ich mitt­ler­wei­le auch ein Gri­to (spa­nisch für Schrei – sowas wie „arrrr­ri­iiiii­baaa“) und wür­de ihn jeder­zeit im Dis­ney­land rum­schrei­en.

Wenn Du unsi­cher bist, lei­he Dir den Film doch ein­fach bei einer/​einem Freund/​in aus und ent­schei­de dann, ob Du ihn mit­neh­men willst.

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