Tipps für schwerbehinderte Personen im Disneyland Paris

Sei gegrüßt liebe:r Träumer:in.

Heute möchte ich mich gerne über ein Thema unterhalten, was sicherlich einige Menschen interessieren könnte. Es geht darum, wie ich* das Disneyland Paris als schwerbehinderte Person erlebe. In diesem Artikel geht es jedoch darum: Was muss ich beachten? Heute will ich darüber ein wenig berichten.

*Anmerkung:

Ich will hierbei betonen, dass es sich um eine subjektive und persönliche Wahrnehmung handelt. Das bedeutet im Klartext: Was ich hier beschreibe sind meine Eindrücke und meine Empfindungen. Sie können aber müssen nicht sich mit Deinen Erfahrungen decken.


Fakten über meine Situation

Einmal um die Sachlage ordentlich einzuordnen, damit wir jetzt nicht durcheinander kommen.

Status: Schwerbehindert
GdB: 50+ (Schwerbehindertenausweis)
Diagnosen: < Aus Datenschutzgründen ausgelassen >

Was fällt mir im Alltag schwer:

- Soziale Interaktionen sind (intuitiv) schwerer für mich zu lesen
- Reize werden differenziert verarbeitet
- Kommunikation ist schwieriger
- Mögliche Zusammenbrüche
- Diverse körperliche Beeinträchtigungen
- Energiedefizit je nach Tagesverfassung

Seit wann?

Seit meinem ersten Atemzug auf der Erde


Der lange Rattenschwanz - Wie Vorbereitung und Struktur helfen können...

Bevor ich überhaupt ins Disneyland Paris fahre, muss ich mir einige Gedanken machen, ob und wie ich die Zeit zu einem positiven und schönen Erlebnis gestalten kann. Dazu gehört - ganz genau lesen - Vorbereitung dazu. Wieso? Das kommt nach der Auflistung.

Finanzen:

Zuerst einmal schaue ich auf meine finanzielle Situation. Wieso an Finanzen? Ich bin ein Mensch, der Sicherheit empfinden muss um zu funktionieren. Da fängt es an. Ich will nicht dauernd jeden Euro dreimal drehen und über Grenzen gehen, nur um mir etwas zu 'gönnen'. Im Nachhinein ärgere ich mich, dass ich nicht gespart habe und was kommt am Ende raus? Genau! Stress. Und nein Geld macht nicht glücklich, sondern lässt Dich sorgenfreier leben.
Pro Tipp: Wenn Du die Möglichkeit hast zu sparen. Tu es, aber gezielt. Und wie? Nimm eine Spardose (egal ob als App / Bank-Konto oder/und Sparschwein) extra für das Disneyland. So behältst Du den Überblick und es ist sachbezogen.

Unterkunft:

Ich werde und möchte stets günstig übernachten wollen. Denn zum Schlafen brauche ich definitiv kein Disney Hotel, sondern nur ein einfaches Bett und ein eigenes Bad. Mehr brauch ich nicht. Platz? Da ich nicht unter Agoraphobie (Platzangst) leide, ist das hier kein Thema für mich. Jedoch empfehle ich jeder einzelnen Person hier aufzupassen. Doch nicht nur wegen dem Geld, sondern auch wegen meinen Reizen. Disney Hotels sind toll keine Frage.
Pro Tipp: Billige Hotels findest Du gerne bei "Bussy-St-Georges" oder "Bailly-Romainvilliers" oder "Val d' Europe" oder in der Umgebung.


Gesundheit:

Bin ich körperlich, psychisch und sozialtechnisch gut aufgestellt? Ja unsere Gesundheit basiert auf drei Säulen (laut WHO): Körperliches, psychisches und soziales Wohlbefinden. Bedeutet: Sind meine aktuellen Tagesverfassungen eher positiv oder negativ? Bin ich gerade eher traurig oder doch ganz gut drauf generell? (s.o.) Sind meine Finanzen, Job und mein Umfeld stabil? Kann ich alles mit Ja beantworten, kann ich weiter.
Pro Tipp: Es ist keine Schwäche, wenn Du alleine nicht lebensfähig bist. Frage Freunde / Familie / Partner:in, ob sie mitgehen. Zusammen sind wir stark! ♥

Organisatorisches:

Auch die Fragen wie: "Wieso fahren wir ins Disneyland?" oder auch "Gibt es einen Anlass um in den Disney Park zu fahren?" sowie weitere Faktoren wie: Begleitungen (Freunde, "Ersties", Betriebsausflug, InsidEars (Arbeit)), Jahreszeit, Wetter usw. sollten beachtet werden. Bei Wind und Regen ein T-Shirt zu tragen ist recht sinnfrei und fahrlässig. Wenn ich mit meiner besten Freundin hinfahre ist es nochmal ein anderes erleben des Parks, als wenn ich Leute mitnehme, die den Park nicht gut oder gar nicht kennen. Da will ich natürlich magischeres anbieten, als nur Attraktionen usw.
Pro Tipp: Bitte übernimm Dich nicht und vor allem lass Dich nicht ausnutzen, wenn Du auch einen Schwerbehindertenausweis / Priority Pass (siehe hier) hast.


Worst Cases:

Im Leben, trotz guter Planung, Struktur und Ordnung geht es nie so wie man es sich wünscht. Optimalerweise besser, aber wir begeben uns in ein Mindset, was den Menschen (aufgrund der Evolution) ausmacht: Negativdenken. Doch was tun bei "Worst-Case-Szenarien"? Du bist nicht verloren, wenn Du Dich vorbereitet hast. Beispiel: Eine Migräne bahnt sich an? Notfallmedikament einpacken! Du bist mit Freunden / Familie unterwegs und es geht Dir schlecht? Sprich Dich vorhin ab und geb ihnen von mir aus ein "Codewort" - damit sie rechtzeitig reagieren können und nichts in der Öffentlichkeit zu bemerken ist. (Sofern Dir das wichtig ist.) Manche autistische Menschen haben eine kleine Plastikkarte um den Hals hängen, wenn sie nicht mehr ansprechbar wären und wer zu erreichen ist. Pro Tipp: Du kennst Dich am allerbesten. Überlege genau, was DIR hilft in Situation X oder Y oder Z. Pro Tipp 2: Unbedingt merken, dass Du hier bitte nicht in Katastrophendenken abrutschen sollst. Das hier sind realitätsnahe und sicherheitsfördernde Gedanken, die ich Dir schenken will.

Packliste:

Für den einen ist es eine kleine Reise (2-3 Stunden) und für andere eine Weltreise. Trotzdem rate ich stets eine Liste (egal ob digital oder in Papierform) zu fertigen und abzuhaken. Wieso? Manche Menschen müssen es visuell wahrnehmen. Manche Menschen haben den Kopf und andere vergessen trotzdem irgendwas. Dennoch ist es wichtig zu priorisieren: Medikamente, Hilfsmittel, Ladekabel (ja ein Smartphone ist wichtig!) usw. Pro Tipp: Wenn Du nicht alleine fahren solltest, schaut immer als Familie/Paar/Freunde nochmal drüber. Erinnert euch an diverses. So vergisst man sicher nichts. Eine Liste kannst Du hier finden.

Wieso diese Vorbereitung Ridgley?

Vorbereitung ist für mich persönlich wichtig. Wieso? Nun, wie ich schon oben erwähnt habe, hasse ich den Kontrollverlust zu spüren. Bedeutet: Migräne kommt. Was tun? Habe ich ein Medikament? Ja! -> Safe und kann den Tag weiterhin genießen.
Worst Case Szenario: Migräne kommt. Was tun? Habe ich ein Medikament? Nein! -> Erste Hilfe -> Abhängigkeit von den Sanitätern/Krankenpfleger-Team des Disneyland Paris'. Können sie mir helfen? Nicht unbedingt. Wenn ich Pech habe, lande ich im Krankenhaus. -> Eine schlechte Erinnerung an den Park.

Natürlich kann ich noch weiter ausholen. Bringt aber nichts, weil wir wollen doch gute Tage haben. Gerade als beeinträchtigte Person. Denn wir haben im Alltag zu viele negative Erlebnisse und Nachteile, da muss es am magischsten Ort der Welt nicht noch weitergehen oder?

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